Der Lebensschutzverein Jugend für das Leben rief vergangenes Wochenende erneut zum Protest auf: Am Samstag, den 1. August, versammelten sich am Landhausplatz erneut rund 150 Personen, um gegen Abtreibung am Klinikum Innsbruck zu demonstrieren.
Zum zweiten Mal veranstaltete Jugend für das Leben in diesem Anliegen eine Kundgebung in Innsbruck vor dem Landhaus. Auch durch die Urlaubshochsaison hindurch sollte der Protest sichtbar bleiben. Unter den Schatten spendenden Bäumen drängten sich die Teilnehmer. „Die Einführung von Abtreibung an der Innsbrucker Klinik war ein fataler Fehler – Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung“, stellt Frederik Koller, Vorsitzender von Jugend für das Leben, klar. „Der bisher angeblich einzige niedergelassene Abtreibungsarzt in Tirol geht wohl bald in Pension – hat aber bereits einen Nachfolger gefunden. Auch dieses Argument, womit man das Einführen von Abtreibung am Krankenhaus rechtfertigen wollte, ist also eine reine Augenauswischerei. Ein Betrug an der ganzen Bevölkerung.“Zudem führen durchaus zahlreiche Gynäkologen in Tirol Abtreibungen durch, und zwar den Großteil derer, d.h. medikamentöse.
Zwischen 300 und 600 Kinder jährlich in Tirol – Gespräch mit Entscheidungsträgern wird gesucht
Mit 300 Blumen, die auf den Stufen des Landhauses abgelegt wurden, und einer folgenden Schweigeminute gedachten die Demonstranten der geschätzt mindestens 300 Kinder, die jährlich in Tirol durch Abtreibung sterben. Im August stehen für die Tiroler Vertreter des Lebensschutzvereins Gespräche mit Klinik und Landhaus an – denn viele Fragen der Bevölkerung blieben bislang unbeantwortet. Die Petition, die der Verein Mitte Mai lanciert hatte, hat inzwischen über 3.000 Unterstützer. Sie soll beim Gespräch mit Gesundheitslandesrätin Hagele überreicht werden. „Wir fordern einen Kurswechsel der ÖVP-SPÖ-Landesregierung zugunsten einer familienfreundlichen Politik mit vermehrter Förderung von Familien und Frauen in Konfliktschwangerschaften sowie sachgemäße, ehrliche Beratung und Aufklärung, die nicht beschönigt und verharmlost“, berichtet Koller.
Bunt gemischte Redner – ein gemeinsames Anliegen
Die Redebeiträge der Kundgebung setzten sich bunt zusammen aus offiziellen Stellungnahmen sowie persönlichen Zeugnissen. Paula Ketteler von der Beratungsorganisation 1000plus berichtete aus ihrer Erfahrung: Für Schwangere in Not geht es nicht um eine Gesundheitsleistung. Sie brauchen mehr als einen Abtreibungstermin: Zuwendung, Beratung und Hilfe – und Abtreibungen an den tirol kliniken senden genau das falsche Signal.
Auch Bischof Glettler ließ erneut ein Grußwort verlesen, in welchem er angesichts der Lage in Tirol auch die Notwendigkeit betonte, sich auch auf politischer Ebene für eine kinder-, frauen- und familienfreundliche Politik einzusetzen.
Vertreter der Tiroler Schützen berichteten von ihrem aktuellen Einsatz für die explizite Aufnahme des Lebensschutzes in die Schützenpräambel: Es sei eine Verpflichtung aller Tiroler Schützen, sich aus der traditionellen Verehrung des Herzens Jesu heraus zum Lebensschutz zu bekennen und zu engagieren. Eine private Zeugin berichtete überdies von ihren Erfahrungen als langjährige Pflegemutter dutzender Pflegekinder und versicherte, dass Pflege und Adoption immer der bessere, würdevollere Weg sei als der der Abtreibung. Auch Bruder René vom Schwazer Franziskanerorden rief zu verantwortungsvollem Umgang mit dem Leben auf und erinnerte an die Logik des Lebensschutzes: Mensch von Anfang an – Menschenwürde und -rechte von Anfang an.
„Der Protest wird weitergehen – auf allen Ebenen“, betont Koller. „Es werden inzwischen wöchentlich Mahnwachen vor der Klinik gehalten, Politiker werden vielfach kontaktiert und für Gespräche besucht, Petitionen wurden gestartet, und auch diese Demonstrationen wird es weiterhin geben – bis alle unsere Krankenhäuser in Tirol wieder jedes Leben schützen, und nicht unschuldige Leben vernichten!“
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