Das Leid nach Abtreibung


Bei einer Abtreibung gibt es mindestens zwei Opfer:

das Kind und die Mutter.

Das Kind bezahlt die Abtreibung mit seinem Leben. Für die Mütter entstehen oft schwere und langwierige Leiden. Immer öfter berichten auch Väter, mit der Abtreibung ihres Kindes nicht fertig zu werden.

Viele Geschwister abgetriebener Kinder leiden unter dem sogenannten „Survivor Syndrome“: „Warum hat meine Mutter nicht mich abgetrieben?“

 

Neben den möglichen körperlichen Folgen, können auch seelische Probleme auftreten:

Wenn eine Frau ihre Abtreibung als schwere seelische Schädigung erfährt, spricht man in der Psychologie vom „Post-Abortion-Syndrome“ (PAS; Syndrom nach der Abtreibung).

In einer bedrohlichen Lage reagiert der Betroffene im Normalfall mit dem „Kampf-Flucht“-Mechanismus. Wenn er die Gefahr weder durch Kampf noch Flucht überwinden kann, sondern ihr hilflos unterliegt, entsteht ein Trauma. Körperverletzung, sexuelle Gewalt oder der Tod eines Mitmenschen sind Umstände, die zu einem traumatischen Erlebnis führen können. Bei einer Abtreibung kommen manchmal sogar mehrere dieser Faktoren zum Tragen.

 

Das Trauma der Abtreibung hat viele Gesichter.
Zahlreiche Betroffene leiden unter schweren Schuld- und Reuegefühlen. Bei anderen jedoch scheint die Abtreibung geradezu das Gegenteil zu bewirken, nämlich einen Zustand innerer Verhärtung. In diesen Fällen wird das schmerzliche Bewusstsein der Abtreibung verdrängt und verharmlost.

Wie weit diese Verhärtung führen kann, zeigt das folgende Zeugnis:

Fünfmal habe ich abgetrieben. Es war wie ein Zwang: Schwanger und Abbruch. Als wollte ich beweisen, Abtreibung sei harmlos. Beim sechsten Kind konnte ich es nicht noch einmal tun, obwohl meine Lage unverändert schlecht war. Ich musste dieses Kind bekommen! Heute bin ich eine Ruine von 33 Jahren!

S. W.

 

Mein Kind, ich suche Dich in meinen Gedanken.
‒ Zu spät!

Mein Kind, ich suche Dich in meinen Träumen.
‒ Zu spät!

Wo bist Du?
Mein Kind, werde ich Dich je finden?
Wird meine Sehnsucht je gestillt?

Wer bist Du?

Mein Kind, ich taste nach Deinem kleinen Gesicht,
Deinen Augen, Deinem Mund.

Wie bist Du?

Mein Kind, unwiederbringlich vorbei –
die letzte Chance zu leben.
Unvollendet bleibst Du,
mein kleiner, nie geborener Schatz.

Aus Deiner Möglichkeit
wird niemals Wirklichkeit.
‒ Zu spät!

 

Leiden alle Frauen unter dem PAS?

Nicht alle Frauen geben an, unter den Folgen der Abtreibung zu leiden. Das kann unter anderem folgende Gründe haben:

  • Die seelischen Abtreibungsfolgen treten manchmal gar nicht oder erst viele Jahre später auf.
  • Viele Frauen leiden unter dem PAS, ohne ihre Leiden bewusst auf die Abtreibung zurückzuführen.
  • In vielen Kreisen ist das PAS immer noch ein Tabu-Thema. Betroffene Mütter wagen oft nicht, darüber zu sprechen, weil sie die meist berechtigte Angst haben, nicht verstanden zu werden.

 

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